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.:Silent Scream- Kapitel 01.: by ~SombraMariah:iconSombraMariah:



„Sorano!“.
Gott,wie lästig.
„Nun steh doch endlich auf,wir kommen noch zu spät!“.
Schon seit etwa 5 Minuten versuchte meine Oma mich aus dem Bett zu kriegen.Natürlich wollte ich nicht aufstehen.
Ich war gerade erst 17.
Wer kam da schon ohne eine Wecktortur von etwa fünf bis zehn Minuten,auch ohne Kater aus dem Bett?
Außerdem konnte der Arzt ja warten.
Naja,konnte er eigentlich nicht.
Irgendwann ergab ich mich schließlich doch und verhinderte somit wahrscheinlich auch das meine Tür in den nächsten Augenblicken zersplitterte und ich die ganze Sauerei wegmachen durfte.
Ich kroch,alles andere als begeistert,aus dem Bett und klopfte an die Tür um meiner Oma zu verstehen zu geben das ich wach war und mich nun in das Bad verziehen würde um mich meinem morgendlichen Ritual hinzugeben.
Also stand ich im Bad vor dem Spiegel und begann damit mein blasses Gesicht mit dem ganzen Schnickschnack gegen unreine Haut,Mitesser und was es nicht noch so alles gibt zu reinigen.

Vielleicht kurz etwas zu meiner Person.
Mein vollständiger Name ist Sorano Narita.
Dieser Name bedeutet im japanischen „Vom Himmel“.
Mein Künstlername ist schlicht und einfach „Silence“,ich bin Sängerin.
Im Moment zwar nur in den eignen vier Wänden und manchmal auch bei Anlässen aber ich bin ja noch am aufbauen einer „Karriere“ wenn man so will.

„Sorano,jetzt komm endlich,verdammt noch mal!“.
Wieder meine Oma.
Dieses Mal hämmerte sie mit geballten Fäusten gegen meine Badtür,so das die daran aufgehängten Handtücher und mein Bademantel lautlos zu Boden fielen.
Scheiße,ich war doch fast schon fertig,bloss noch die Haare hochbinden...
„SORA!“.
Ich fuhr zusammen,hätte mir beinahe mit einer Spange,die ich mir gerade in die Haare schieben wollte,eines meiner grau-blauen Augen ausgestochen.
Gereizt fuhr ich herum,trat mit dem Fuß so fest gegen die hölzerne Tür das ich glaubte diese würde splittern.
Was musste sie auch immer so drängen?
Wir hatten ja Zeit,ich zumindest.

Fertig gestriegelt und geleckt trat ich aus dem Bad,krallte mir meine Lieblingsjacke,die schwarze mit den aufgedruckten gebrochenen Flügeln auf dem Rücken und begab mich hinunter in das Erdgeschoss des Einfamilienhauses in welchem ich lebe.
„Na endlich!“,wurde ich von meiner Oma in der Küche begrüßt,als ich diese betrat,“Fürs essen bleibt keine Zeit mehr,ich hab dir ein Brot mit Aufstrich auf den Tisch gestellt.Du wirst während der Fahrt essen müssen.“.
Aufstrich?Na danke,den konnte sie dem Arzt als Geschenk mitnehmen,mein Magen wurde mit solchem Zeug nur unnötig gereizt.
Für mich gab es nur eins: Junk Food
Mit einer deutlichen Geste,die Zunge rausgestreckt und den Finger halb in den Mund gesteckt,machte ich meiner fürsorglichen Oma deutlich,das ihr Essen  mich im Moment genau so amüsierte wie der Besuch beim Arzt.
Sie akzeptierte meine Einstellung,nahm es Augenrollend hin und nickte einfach zur Tür hin.
„Ab ins Auto,wir sind schon ziemlich spät dran.“.
Damit schnappte sie sich die Wagenschlüssel und schob mich vor sich zur Tür hinaus.
Nachdem ich mich endlich in meine Schuhe bequemt hatte,saßen wir auch schon wenige Minuten später in unserem Familienbus und fuhren mit quietschenden Reifen unsere Einfahrt hinunter auf die Straße hinaus.
Jaja,meine Oma hatte einen ganz eigenen Fahrstiel,es wurde einem nie langweilig mit dieser Frau.
Bevor ich euch jetzt mit unwichtigen,nebensächlichen Dingen zubombe,komme ich lieber wieder zurück zum eigentlichen Thema.
Wir saßen also im Auto,ich mit den Hörern meines iPod Shuffles in den Ohren und sie mit der wirklich,wirklich Trommelfellzerreissenden Musik ihres Autoradios,die sie schön laut aufgedreht hatte.
Aufgrund ihrer bereits einsetzenden Schwerhörigkeit,sie ist ja nicht mehr die jüngste,drehte sie dieses widerwärtige Gejaule immer etwas ZU laut auf,ein großes „Danke“ also an die Technik und an den Tag als sie den iPod erfanden!

Gerade lies ich mir die Ohren von meiner Lieblingsband,Evanescense,zudröhnen,als mir meine Oma auf den Oberschenkel tippte,mir damit  zu verstehen gab das sie etwas mit mir zu bereden hatte.
Ich drückte die „Pause“-Taste meines Players und drehte mein kränklich blasses Gesicht zu ihr,sah sie aus schwarz geschminkten Augen ungeduldig an.
Dann begann sie zu reden:“Sorano,ich weis du hast das Thema mittlerweile satt und das du deine Meinung nicht mehr ändern willst ist mir auch klar,abe-“.
Weiter kam sie gar nicht.
Ich hatte meinen Kopf abgewandt,ihn gegen die kalte Fensterscheibe des Autos gelehnt und sah zum bewölkten Himmel über uns hinauf.
Meine Ohren wurden mittlerweile wieder von der klangvollen,melodiösen Stimme Amy Lees beansprucht,keine Zeit also für dieses so verhasste Gesprächsthema.

Eine halbe Stunde verging,aus dieser wurde schließlich eine volle Stunde.
Ich döste vor mich hin,wurde manchmal wieder von dem sanften Ruckeln des Autos geweckt,wenn es über eine Unebenheit der Straße dahinraste.
Endlich fuhren wir vor dem Krankenhaus vor,wo meine Oma den Wagen sanft zum stehen brachte.
Ich öffnete die Augen,blinzelt verschlafen und gähnte seelenruhig.
Meine Begleitung war mittlerweile aus dem Wagen gestiegen und lies die Tür so heftig hinter sich zuknallen das ich richtig unschön zusammenzuckte.
Ich schaltete meinen iPod aus,legte diesen wie einen sehr zerbrechlichen Schatz auf meinem Sitz  ab und stieg ebenfalls aus dem Auto.
Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und die Karre wurde abgesperrt.
Wenige Augenblicke später betraten wir auch schon den Eingang des Krankenhauses und bewegten uns zu dem nahegelegenen Lift welchen ich mit einem einzigen Knopfdruck herunterrief.
Unser Ziel war der zweite Stock,die Chirurgie Abteilung.
Die chromfarbenen Türen des Liftes öffneten sich schleppend,wir stiegen in den dahinterliegenden Raum ein und die Türen schlossen sich mit einem metallischen „klonk“ hinter uns wieder.
Ich warf meiner Zweitmutter einen Blick aus den Augenwinkeln zu um festzustellen wie es ihr gerade ging.
Ich kannte ihre Gesichtszüge in und auswendig,konnte in ihrem Gesicht lesen wie aus einem offenen Buch.
Und im Moment...im Moment war sie furchtbar nervös,angespannt.
Ich muss zugeben mir selber ging es nicht besser.
Der Aufzug hielt an und wir schritten hinaus,befanden uns in einem ziemlich belebten Gang in welchem Ärzte hektisch hin und her liefen und sich auch gegenseitig etwas zuriefen.
Wir bahnten uns einen Weg zu der Rezeption vor um uns anzumelden.Ich lies meiner Oma den Vortritt,so wie ich es immer tat.
Die Frau die hinter der dicken Glasscheibe auf ihrem Sessel saß und gerade einige Formulare ausfüllte und unterschrieb,hob ihren Blick und lächelte als sie uns erkannte.
„Ah,hallo Frau Narita!“,begrüßte sie meine Großmutter und fügte mit einem Nicken auf mich hinzu,“Hey Sorano.Wieder hier um dich untersuchen zu lassen?“.
Wah,wie ich diese Frau hasste!
Die Sekretärin hier heißt Madlene Meyr,ich nenne sie einfach nur „Schleimi“.
„Wir wären für heute 09:30 angemeldet.“,brachte meine Oma es kurz auf den Punkt und ich war ihr dankbar dafür.
Fräulein Meyr nickte,schlug in ihrem Kalender kurz etwas nach und musterte mich dann mit ihren kleinen Schweineäuglein.
Ich erwiderte ihren Blick nur mit einer herablassenden Kälte,die sie sichtlich zusammenzucken lies.
Sie deutete zum Warteraum hin,sagte nichts weiteres mehr.
Ich konnte jedoch ihre Blicke wie stumpfe Nadeln auf meinem Rücken spüren,als wir zu dem Warteraum hintrotteten um uns zu setzen.
Es vergingen keine zehn Minuten da wurde ich auch schon durch den Lautsprecher aufgerufen.
„Sorano Narita bitte in Raum 3 zu Doktor Akito Hiro.“,rief mich die blecherne Stimme wie auswendig gelernt auf.
Ich erhob mich,lächelte meine besorgte Oma noch einmal kurz an und machte mich dann auf den Weg.
Ich durchquerte einige Gänge,manche Menschenleer und in manchen wimmelte es vor Leben,so wie vor etwa einer halben Stunde,als ich das Krankenhaus betreten hatte.
Vor einer steril weißen Tür,so wie man sie in Krankenhäusern kennt,machte ich halt,betrat den ebenso wie die Tür steril weißen Raum dahinter und setzte mich auf den für die Patienten bereit gestellten Stuhl.
Es verging nicht mal eine Minute,als sich auch schon die zweite Tür öffnete,deren dahinterliegenden Raum ich noch nie gesehen hatte,und Doktor Hiro den Raum betrat.
In seinem schneeweißen Mantel,der dick umrandeten Brille mit den rechteckigen Gläsern und seinen immer nach hinten gegelten Haaren sah er wirklich aus wie ein Profi in seinem Gebiet.
Und das war er auch.
Wir begrüßten uns mit einem kurzen Händeschütteln,und dann ging der Arzt auch schon auf den eigentlichen Grund meines Besuches über.
„Nun Sorano,wie geht es dir?“,fragte er mich,musterte mich mit seinen dunkelbraunen Augen genau,so als hätte er einen Röntgenblick.
Ich setzte ein schräges Lächeln auf,deutete damit an das es eine ziemlich unsinnige Frage war die er mir stellte.
„Wie es einem 17 jährigen Mädchen mit Glottiskarzinom eben so geht.“,antwortete ich.
Die Augen von Herrn Hiro verängten sich unheilverheißend.

Ihr fragt euch jetzt sicher warum,nicht?
Und wegen dem Fachchinesisch macht euch auch keine Sorgen,das wird alles noch erklärt.

„Als du das letzte Mal bei mir warst,war deine Stimme noch nicht so heiser,oder?“,erkundigte er sich bei mir,tippte mit einem Kugelschreiber ungeduldig auf einem Formular herum,welches wohl für mich bestimmt war.
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein,da hat man die Heiserkeit kaum gehört.“,antwortete ich brav.
„Und wie steht es mit Atembeschwerden und Hustenanfällen?“,fragte er mich fachmännisch weiter.
Ich musste nicht lange überlegen um ihm genau definieren zu können wie es mit diesen Symptomen stand.
„Also Atembeschwerden habe ich kaum,ausser wenn ich Sport betreibe und die Hustenanfälle überfallen mich nach wie vor nur nachts,jedoch schlimmer als vor zwei Wochen.“,erläuterte ich,so als hätte ich diesen Satz auswendig gelernt.
Naja,irgendwie hatte ich das auch,ich hatte im Auto ja genug Zeit gehabt um mir meine Worte zurechtzulegen,da ich mittlerweile weis welche Fragen der liebe Onkel Doktor immer so stellt.
Besorgt legte Hiro die Stirn in Falten und musterte mich.
Etwas alarmierendes lag in seinem Blick und plötzlich-
„Sag mal bist du denn von allen guten Geistern verlassen,Narita?!“,polterte er plötzlich los,erschreckte mich damit so derb das ich spürte wie mein Herz einen Takt übersprang,“Dir sitzt ein Wallnuss großer Tumor im Hals,du willst dich nicht operieren lassen und ziehst es damit vor zu sterben und dann betreibst du auch noch Sport?!“.
Er deutete mir mit einer Hand den Vogel,sah mich dabei so an als wäre ich nicht von dieser Welt.

Und an dieser Stelle vielleicht eine kurze Erklärung:

Ja,ihr habt richtig gehört.
Ich bin 17 Jahre alt,gehe auf die High School und führe soweit ein ganz angenehmes Leben.
Meine Eltern arbeiten beide im Ausland,irgendwo ganz weit weg,hab keinen Peil was die eigentlich machen,oder ob sie noch leben.
Die melden sich nie.
Deswegen wohne ich bei meinen Großeltern,mein Opa arbeitet immer noch,dieser sture alte Bock.
Seit meinem dreizehnten Lebensjahr besuche ich einen Jugendchor,habe diesen jedoch vor etwa 1 ½ Jahren verlassen,nicht freiwillig.
Der Grund dazu war das ich einfach zu alt für die ganzen Kids dort war und auch etwas anderes...
Andauernde Heiserkeit und schwerer Husten.
Ja,das hört sich nach einem normalen,harmlosen Virus an,nichts tödliches.
Wenn die Diagnose darauf dann jedoch Glottiskarzinom,oder kurz und einfach Kehlkopfkrebs lautet denkt man plötzlich anders.
Ja,richtig gehört,Kehlkopfkrebs.
Wäre alles halb so schlimm,ich könnte mich ja operieren lassen,nicht?
Da gibt es nur dieses eine,wirklich kleine Hindernis an welchem Doktor Hiro nicht vorbeikommt:

„Ich will aber singen!“,protestierte ich heftig,zur Überraschung meines Arztes.
Ich richtete mich im Stuhl auf,stützte meine Ellbogen auf meinen Schenkeln ab und legte meinen Kopf auf meine gefalteten Hände,starrte ihn aus meinen eisig blau-grauen Augen an.
„Geht das denn nicht in ihren verdammten Schädel hinein?“,fuhr ich fort,“Angenommen ich lasse mich operieren,dann ist mein Leben in ihren Augen gerettet,ich kann zwar nicht mehr riechen,nicht mehr schmecken und auch nie wieder in meinem verdammten scheiß Leben sprechen,aber das hat für sie keine Bedeutung,hauptsache sie kriegen das Geld für die Operation und die scheiß Chemotherapie!“.
Ich machte eine Pause,musste erst zu Atem kommen.
Akito wollte gerade etwas auf mein hartes,aber in allen Punkten korrektes Argument erwiedern,jedoch hob ich abwehrend die Hand,brachte ihn damit zum Schweigen.
„Aber aus meiner Sicht wollen sie das ganze nicht in Augenschein nehmen!“,nahm ich meinen Protest wieder auf,als es meine Stimmbänder zuließen,“Sie haben ja keine Ahnung was das für ein Gefühl für mich ist,jeden Tag aufzuwachen und daran zu denken das ich bald sterben werde!Und angenommen ich lasse mich operieren dann bin ich körperlich vielleicht noch am Leben,seelisch haben sie mich mit ihrer Operation aber einfach gekillt!!“.
Mein Gegenüber schnappte empört nach Luft.
Er war es wohl nicht gewohnt wenn ihm ein Patient einfach so die Meinung auf den Tisch knallte,auch wenn vielleicht gerade keiner dastand.
„Du willst mir damit also mitteilen das du ohne deine Stimme,deinen Gesang nicht weiterleben willst?“,folgerte der Arzt,immer noch säuerlich dreinschauend,aus meinen Worten.
Ich nickte eifrig zur Bestätigung.
Genau das wollte ich ihm damit mitteilen,braver Mann.
„Und du würdest einfach so,ganz ohne Probleme deine Familie,deine Freunde hinter dir lassen,alle die dich lieben?Denkst du denn gar nicht an deine geliebten Menschen?“.
Ouch,das war ein Argument.
Punkt für den Arzt.
Jaja,das war ein Thema über das ich mir schon lange den Kopf zerbrach.
Ich meine,natürlich will ich meine Großeltern nicht mit meinem Tod verletzen,ich liebe sie.Sie sind meine einzige Familie.
Und wegen Freunden musste ich mir keine großen Gedanken machen.
Ich habe keine Freunde,war immer sorgsam darauf bedacht ein Einzelgänger zu sein.
Außer meine beste Freundin Amy...
Ich schüttelte den Kopf.
Zwar nur ein schwaches schütteln,aber doch bestimmt.
Nicht nur um den Gedanken an meine Familie und meiner Freundin zu verdrängen,sondern auch um seiner Frage zu Antworten.
„Meine Entscheidung steht fest,hören sie auf mich umstimmen zu wollen,das nervt!“,beendete ich das Thema fauchend,ließ keine Wiederworte zu.
Hiro sah mich sprachlos an.
Geschlagen ließ der junge Arzt die Schultern hängen.
„Nagut,es ist deine Entscheidung.Es kann niemand behaupten das ich nicht versucht hätte dich umzustimmen..“,nuschelte er leise vor sich hin,schien dabei nicht mit mir zu reden.
Wahrscheinlich übte er schon mal für die Konfrontation die ihn mit seinen Vorgesetzten erwarten würde.
„Lass mich dich wenigstens noch untersuchen!“,rief er plötzlich aus,erschreckte mich damit schon wieder.
Ich warf ihm einen boshaften Blick zu,willigte mit einem sturen Nicken jedoch ein.
Dann wusste ich wenigstens wie lange ich noch ungefähr hatte.
Also ließ ich mich von ihm durchchecken.
Und nach etwa einer Stunde verließ ich den Untersuchungsraum von Doktor Akito Hiro,verließ diesen Raum um meiner Großmutter die schlimmsten Neuigkeiten mitzuteilen die sie wohl seit meiner positiven Diagnose wegen des Krebses zu hören bekam.
Noch ein halbes Jahr....
Sie musste ja nicht die ganze Wahrheit wissen,noch nicht.
Ob ich ihr mein Leben jetzt ein paar Monate verlängern würde spielte jetzt auch schon keine Rolle mehr.
Kaum als sie mich auf das Wartezimmer zugehen sah erhob sich die alte Dame,meine Zweitmutter,nahm ihre Jacke von der Garderobe und kam auf mich zu.
Sorge blitzte in ihren Augen auf,die ich schon von weitem erkennen konnte.
„Und?“,erkundigte sie sich.
Ich wusste genau auf was sie hinauswollte,schüttelte deswegen wie immer stur den Kopf,vermied es dabei ihr in die ebenso eisigen Augen zu sehen wie die meinen es waren.
Jedoch konnte ich fühlen wie sich ihr Blick verdunkelte,wie sich ihre Augen schlagartig mit Tränen füllten.
„W-wie lange noch?“,versuchte sie es,brachte jedoch keine anständigen Worte hervor.
Ich starrte zu Boden,konnte sie immer noch nicht ansehen.
Verdammt,warum konnte ich nicht einfach jedem Menschen furchtbar egal sein?!
Dann würde das alles nur halb so weh tun...
„Ein halbes Jahr noch...“,flüsterte ich betreten,heiser.
Schon lange hatte sie mich nicht mehr reden gehört.
Meine furchtbar verkorkste Stimme,die sich nur mehr schön anhörte wenn ich für sie sang,schien ihr die letzten Kräfte zu nehmen,die letzte Beherrschung nicht vor den ganzen Leuten zu weinen.
Sie fiel mir um den Hals,drückte mich fest an sich und weinte.
Weinte bittere Tränen,die auf meine blasse Schulter fielen und dort von meinem schwarzen Gewand aufgesaugt wurden.
„Warum?Warum tust du mir nur so weh,Sorano..?“,schluchzte sie,den Kopf in meine Halsbeuge vergraben,wie ein Vampir der mich aussaugen wollte.
Warum..?
Ich spürte wie auch meine Augen durch diesen Satz zu brennen begannen.Spürte wie die Tränen in mir emporschossen und meine sonst so kalten Augen die an einen gefrorenen Wintersee erinnern in Brand setzten,sie in pures Feuer erwandelten.
Die Tränen rollten mir über das Gesicht,über meine porzellanweißen Wangen hinab und zogen eine Spur bitterschwarzer Mascara hinter sich her.
Es war mir egal ob ich nun in der Öffentlichkeit vor allen Leuten weinte,mich damit total zum Deppen machte.
In einem Krankenhaus war das sowieso Alltag,oder etwa nicht?
©2009 ~SombraMariah
:iconsombramariah:

Author's Comments

Hm... da gibts nicht viel zu sagen.
Das erste Kapitel einer FF von mir, Silent Scream. Den Prolog hab ich schon gepostet.
Ist ziemlich schlecht geschrieben, schon "lange" her das ich das getippselt hab.
Rechtschreibfehler etc. sind Geschenke an die Leser. Hoffe das sie euch gefällt und bitte um Feedback~.

Für :iconneigemelancholique:
Sorano Narita (Silence) is (c) by me.

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April 25
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